Um die 280 Jahre alt. Seit 1927 in Familienbesitz.

Das Haus "Pohnsdorfer Straße 21", unser Zuhause, ist seit 1800 urkundlich nachweisbar. Es dürfte jedoch im Kern, gemessen an gleichartigen Bauweisen und Funktion, der Zeit um 1730 zuzuordnen sein. Lt. Klosterarchiv lautete die Bezeichnung des Hauses "Haus-Nr. 365, Pag. B 1057", 1867 dann "Haus-Nr. 54, Pag. B 1057" und wohl seit dem Jahr 1907 wurde die Hausnummer 21 vorgeschrieben. Im Haus wurde vermutlich von Beginn an eine Hufbeschlagschmiede betrieben, zumindest seit dem Jahr 1848, da übernahm der Schmiedemeister Johann Christoph Theodor Schlüter das Haus. Die vorhergehenden, nachweisbaren Grundeigentümer waren Johann Erich Schlüter (1804) und anschließend Johann Erich Friedrich Schlüter (1823).




Heinrich Boll
Altes Schmiedeschild

Seit 1927 sind Haus und Grundstück im Besitz der Familie Boll. Heinrich Boll, der Großvater meiner Frau, kaufte sie den Schlüter-Erben für 5000 Goldmark ab. Heinrich Boll hatte bereits 1907 die Schmiedemeister-Prüfung während seiner Militärdienstzeit in Jüterbog abgelegt und arbeitete zuletzt für den verstorbenen Schlüter.

Ansicht um 1945 Ansicht 1950er Jahre
Das linke Bild zeigt die Vorderfront um 1945, rechts eine Ansicht aus den 1950er Jahren mit dem Schmiedeeingang auf der linken Seite des Hauses.Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken!

Pohnsdorfer Straße 1956

Die Pohnsdorfer Straße/Ecke Sandkuhle 1956

Heinrich Boll arbeitete hauptsächlich für das Adelige Kloster und die Bauern der Umgebung. Um 1955 gab er die Schmiede aus Altersgründen auf. Nun wurde aus den Schmiederäumlichkeiten ein Lebensmittelgeschäft.

Ansicht um 1960

Im Stil der neuen Zeit. Ansicht um 1960

Im Laufe der kommenden Jahrzehnte wurden die ehemaligen Schmiederäumlichkeiten nach Aufgabe von zwei Lebensmittelgeschäften von einem "Poolmaker", einem Pfeifenmacher und drei Blumenhändlern genutzt. Ende 1997 wurde aus dem Laden eine Wohnung, die noch bis Mitte 2008 von Oma Boll (heute 90) bewohnt wurde. Jetzt ist sie anderweitig vermietet. An die alte Schmiede erinnert nur noch eine hergerichtete "Scheune" (früher Beschlagschauer), die schon unzählige urige Feierlichkeiten erlebt hat. Alte Preetzer nennen das Haus noch heute "Alte Schmiede" oder aber auch "Helles Huus", nach meinem verstorbenen Schwiegervater, Helmut "Helle" Boll, allseits beliebtes "Preetzer Urgestein".

Ansicht 2009

Ansicht im Jahre 2009

Das Haus ist im Preetzer Stadtführer "Schustergang" (Herausgeber: Preetz Stadtmarketing e.V.) als eines der historischen Häuser benannt und abgebildet.

(Artikel zuletzt geändert am 11.10.2011)

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